Presseforum

Hier finden Sie Presseartikel, die über die Arbeit des Hospiz Vereins Trier berichten. Zum größten Teil stammen diese Berichte aus dem Trierischen Volksfreund, dem wir ganz herzlich für seine Unterstützung und die Erlaubnis zur Einstellung auf dieser Homepage danken!

 

Copyright Trierischer Volksfreund 06.07.2010


Edler Tropfen für Läufer der guten Sache

Von Holger Teusch

Trier Der siebte Hospizlauf am 9. und 10. Juli hat seinen eigenen Wein - Verkaufserlös zugunsten des Hospiz-Hauses. Über 200 Kilometer die Mosel entlang von Koblenz nach Trier führt am 9. und 10. Juli der vom Laufportal des Trierischen Volksfreunds unterstützte Hospizlauf. Erstmals gibt es einen extra gekelterten Hospizwein.

Michael Scholtes erinnert sich noch genau an seinen ersten Hospizlauf vor drei Jahren: "Ich habe samstagmorgens um halb Sieben im Schlafanzug hier auf der Straße gestanden und auf die Läufer gewartet", erzählt der Winzer aus Trittenheim. Die Begeisterung war geweckt: Von da an war Scholtes immer mit dabei beim Benefizlauf zugunsten des Trierer Hospizhauses und ein vielgefragter Mann. Der Winzer stellt nämlich immer seinen Kleinbus zur Verfügung und stellt damit eines der heißbegehrten Transportkapazitäten. Für Verpflegung und Personen. Denn wer läuft schon nonstop ohne Pause 200 Kilometer am Stück? Die meisten Hospizlauf-Teilnehmer begleiten den Tross für fünf, zehn, manche auch für 20 und mehr Kilometer.

Im vergangenen Jahr kam "Hospizlauf-Spediteur" Scholtes eine Idee: "Alle, die hier mit mir im Auto sitzen, gehen im Herbst auch mit mir Trauben lesen", schlug er vor. Der Trierer Kazim Yetmez, Winfried Plein aus Hillesheim, Bernd Mateblowski aus Salmrohr und Arnold Barzen aus Esch willigten ein. Im vergangenen Oktober traf sich das Quintett zur Hospizwein-Ernte. Denn dass der gemeinsam eingebrachte Most ebenfalls dem guten Zweck dienen sollte, war von Anfang an klar. Der Erlös der ersten 100 verkauften Flaschen kommt komplett dem Trierer Hospiz-Haus zugute (Preis: 5 Euro). Bei den restlichen Flaschen will Scholtes einen Euro spenden.

"Es war ein schöner Tag im Weinberg und wir haben geschafft wie die Tiere", erzählt Barzen. Zusammen mit dem Hospizlauf-Pionier aus Esch, der schon bei der Premiere 2004 dabei war, Mateblowski und seiner Frau Gaby Scholtes-Hammes sitzt Michael Scholtes in der Laube seines Weinguts, nur wenige Schritte von der Stelle entfernt, wo er drei Jahre zuvor im Schlafanzug die Läufer erwartete und probiert den Hospizwein. Kazim Yetmez und Winfried Plein haben an diesem Freitagabend keine Zeit. Das einhellige Urteil über den Mosel-Riesling classic: hervorragend. Das hat laut Arnold Barzen einen Grund: "Wir haben lange gewartet mit der Lese, bis alle fünf Leute Zeit hatten", sagt er schmunzelnd.

Den Hospizlaufwein gibt es bei Michael Scholtes (Telefon 06507/2716, E-Mail: weingutm.scholtes@t-online.de) und natürlich am 9. und 10. Juli während des Hospizlaufs.

Informationen im Internet:
www.hospiz-lauf.de

 
 

Copyright Trierischer Volksfreund 02.09.2009

Eine rundum gute Sache

Vor knapp drei Jahren hat das Trierer Hospizhaus seine Arbeit aufgenommen, nun konnte es mit Birgit Schnabel seine 500. Patin begrüßen. "Den ambulanten Hospizdienst habe ich als sehr entlastend und hilfreich empfunden", sagt diese.

Trier. (DQ) Das Hospizhaus hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Birgit Schnabel ist seine 500. Patin. "Seit der Gründung des stationären Hospizes vor drei Jahren haben wir dies als feste Größe angepeilt", sagte Dr. Carl-Heinz Müller, der Vorsitzende der "Da-Sein"-Hospizstiftung für die Region Trier. "Dies ist ein Zeichen, dass die Bürger bereit sind, das Haus mitzutragen."
 
"In den Kliniken ist die Erkenntnis gewachsen, dass wir ein Haus des Lebens im Sterben sind", sagte Sieglinde Groß, die Leiterin des Hospizhauses: "Es geht bei uns nicht nur um die letzten Atemzüge."
 
Rund zehn Prozent der jährlichen Kosten von etwa 700 000 Euro müssten selbst aufgebracht werden. Da viele Patenschaften auf Zeit seien, sei das Haus nach wie vor auf neue Paten angewiesen. "Die Hausbesuche des ambulanten Hospizdienstes haben wir als sehr hilfreich erlebt", sagte Birgit Schnabel, die ihre schwerkranke Mutter zu Hause gepflegt hat: "Wir haben die Sicherheit bekommen, die uns gefehlt hat."
 
Neben der Entlastung in der Alltagsfürsorge seien die Angehörigen beim Loslassen können unterstützt worden. Eine Patenschaft für das Hospizhaus sei eine gute Geschenkidee: "Das Hospizhaus und der ambulante Hospizdienst sind eine rundum gute Sache."
 

  
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     Über die 500. Patenschaft fürs Trierer Hospizhaus freuen sich (von links): Dr. Carl-Heinz Müller, Vorsitzender der „Da-Sein“-Hospizstiftung für die Region Trier, Patin Birgit Schnabel, Geschäftsführerin der Stiftung, Silvia Dempfle und die Leiterin des Hospizhauses, Sieglinde Groß. TV-Foto: Dorothee Quaré

 
 

Copyright Trierischer Volksfreund 12.07.2009

Keiner läuft durch, aber Ziel erreicht

Obwohl beim Hospiz-Lauf erstmals niemand die kompletten 200 Kilometer entlang der Mosel von Koblenz nach Trier lief, hat die Benefiz-Veranstaltung ihr Ziel erreicht.

Trier. (teu) Der Wind pfeift über die Moselstraße von Ediger-Eller. Das triste Wetter erinnert an den Februar 2004, als Jörg Engel zum ersten Mal zugunsten des Trierer Hospiz' von Koblenz nach Trier lief. Doch bei der fünften Wiederholung ist vieles anders. Erstmals ist Engel nicht dabei - weder laufend, noch im Begleitfahrzeug. Eine berufliche Weiterbildung fordert den Einsatz des Familienvaters aus Morbach-Gutenthal. Der Hospiz-Lauf stand deshalb zu Beginn des Jahres vor dem Aus. Dann übernahm das Ultramarathonteam von Spiridon Hochwald die Organisation.
 
Doch wer schlüpft diesmal in die Rolle, die Engel (2004, 2005), Gerhard Geisen (2005, 2006) und Hans-Peter Roden (2008) in den vergangenen Jahren übernommen haben, als sie die komplette 200-Kilometer-Distanz bewältigten. Roden ist auch diesmal seit Koblenz dabei. Aber: "Das Laufen macht mir heute nicht so richtig Spaß", sagt er. Vor drei Wochen wurde der 45-Jährige Zwölfter bei den Deutschen Meisterschaften im 24-Stunden-Lauf. Diesmal ist nach neun Stunden (vorerst) Schluss.
 
"Es war wohl doch ein bisschen zu wenig Erholung", vermutet Roden. Auch die heiße Bouillon an der Verpflegungsstation in Bremm kann den Läufer aus Kell am See nicht umstimmen. Roden verordnet sich genauso wie Toni Schnell aus Trier und Winfried Plein aus Hillesheim nach rund 80 Kilometern nonstop eine Pause. Volker Schillings und Kazim Yetmez sind nun die Einzigen, die noch seit Koblenz laufen. "Ich bin nie länger als fünf Stunden gelaufen", erzählt Yetmez. Mit Müsli, Bananen, viel Wasser und wenig süßen Getränken als Verpflegung hat der 54-Jährige von der LGM Leiwen "nur" die 100-Kilometer-Marke als Ziel. Auch Schillings winkt ab: "In Zell steige ich aus", sagt der 34-Jährige aus Trier. Ein warmes Bett bei den Eltern in Bullay lockt.
 
Doch da verrechnet sich der Informatiker: 90 Lauf-Kilometer haben aus ihm und Yetmez eine Schicksalsgemeinschaft werden lassen. Dabei kannten sie sich vor dem Hospiz-Lauf nicht. Nach der Pause in Zell muss Schillings weiter, Yetmez auf den letzten seiner 100 Kilometer unterstützen. Kurz hinter der Reiler Brücke ist aber endgültig Schluss.
 
Niemand kann mehr die komplette 200-Kilometer-Distanz bewältigen. Am Laufen ist aber immer jemand. Auch Hans-Peter Roden und Toni Schnell steigen wieder ein und kommen so am Ende auf insgesamt mehr als 100 Kilometer. In Bernkastel-Kues gibt es um vier Uhr morgens eine warme Suppe, in Neumagen-Drohn ein kleines Frühstück und mit der aufgehenden Sonne gesellen sich immer mehr Läufer zum Hospiz-Lauf-Tross. Vor dem Hospizhaus sind es etwa so viele, wie im vergangenen Jahr. Auch wenn niemand die 200 Kilometer durchgelaufen ist, das Ziel ist erreicht: Die Hospiz-Idee ist in den Köpfen, Spenden wurden gesammelt und die Freundschaft zwischen Yetmez und Schillings ist nicht die einzige, die geschlossen wurde.
 

 
 

Copyright Trierischer Volksfreund 11.05.2009

Fleißige Hände fürs Hospiz

Von unserer Mitarbeiterin Gabriela Böhm

Praktisch arbeiten für den guten Zweck: 16 angehende Garten- und Landschaftsbauer im dritten Ausbildungsjahr gestalteten die Außenanlagen des Hospizhauses in der Ostallee. Von der Kooperation zwischen der Berufsschule des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum und dem Hospiz profitieren alle Beteiligten.

Trier. Das Berufsschulprojekt wird bereits zum dritten Mal durchgeführt. In den Vorjahren legten die Schülerinnen und Schüler den Vorgarten an und bepflanzten ihn sowie den Wohngarten mit Duft- und Blühstauden. In diesem Jahr ging es darum, einen Baustellenablauf unter realistischen Bedingungen zu realisieren. Im Unterricht waren die Lerninhalte wie Auftragserhalt, Ausschreibung, das selbstständige Zeichnen eines Entwurfsplanes oder Erstellen eines Leistungsverzeichnisses durchgenommen worden. Dann stand die praktische Umsetzung im Garten des Hospizhauses an. Die jungen Leute werkelten den ganzen Tag, um sowohl pflegerische als auch bauliche Arbeiten zu erledigen. Selbstverständlich, den späteren beruflichen Rahmenbedingungen entsprechend, abgestimmt auf die Kundenwünsche. Schließlich ist das Hospizhaus auch hinsichtlich der Gartenpflege auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen, so dass eine möglichst pflegeleichte Bepflanzung erwünscht war. Gleichzeitig sollen den Bedürfnissen der Bewohner im Hospiz und ihrer Familien Rechnung getragen werden. Um ein von einer Trierer Firma gespendetes Gartenhaus zu errichten, stellten die angehenden Garten- und Landschaftsbauer den entsprechenden Untergrund fachmännisch her. Andere Schüler pflegten die Bepflanzungen und verlegten Betonpflaster, das ebenfalls kostenlos von einem Unternehmen bereit gestellt war. Mit dem Landschaftsbautechniker Markus Schell sowie technischem Gerät waren das städtische Grünflächenamt und die Ausbildungsbetriebe helfend mit von der Partie.
 
"Eine gelungene Absprache untereinander und gute Teamarbeit" bescheinigte eine Schülerin der Aktion. Auch die ehrenamtliche Geschäftsführerin des Hospizhauses, Silvia Dempfle, war voll des Lobes. "Wir hätten sonst gar nicht die finanziellen Mittel dazu." Als Dankeschön für die fleißigen Berufsschüler gab es unter anderem eine Gulaschsuppe auf der Terrasse des Hospizhauses - womit gleichzeitig dem Anliegen des Hospizhauses entsprechend eventuelle Berührungsangst vor der Einrichtung genommen wurde. Dazu trugen die Gäste ebenfalls tatkräftig bei, die wie Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani gelegentlich bei den Arbeiten vorbeischauten. Im nächsten Jahr will die Berufsschule den Garten mit kleinen Rückzugsmöglichkeiten weiter ausbauen.

 
 

Copyright Trierischer Volksfreund 08.05.2008

Hibiskus und Lavendel für das Hospizhaus

Auszubildende des Garten- und Landschaftsbaus aus der Region haben im Rahmen ihres Berufsschulunterrichts Arbeiten an der Grünanlage des Hospizhauses fortgesetzt. Die Anlage eines Staudenbeets war für die Schüler praktischer Unterricht und für die Einrichtung eine willkommene Spende.

Trier/Wittlich. (fgg) Das Hospizhaus an der Ostallee am späten Nachmittag: 19 Auszubildende der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau wuseln auf dem Gelände um die Villa herum: Manche reinigen Arbeitsgeräte und verstauen sie auf Fahrzeugen, andere sind noch mit letzten Arbeiten an den Beeten und Sträuchern beschäftigt. Allgemein scheinen es die Schüler des dritten Ausbildungsjahres, darunter auch einige aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich, nicht allzu eilig mit dem verdienten Feierabend zu haben: Das Wetter ist ideal und die Arbeit dient ja auch einem guten Zweck, denn heute wurde ein weiteres Stück eines Gestaltungsplanes für den Garten des Hospizhauses in die Realität umgesetzt.

Bereits der Plan selbst wurde im Unterricht an der Berufsfachschule für Gartenbau entworfen. "Letztes Jahr haben Schüler den Garten aufgemessen und anschließend Pläne gemacht, die auch benotet wurden", erklärt Markus Schell, der das Projekt als Lehrer betreut.

"Die zehn Besten wurden dem Hospiz vorgelegt." Der erfolgreich aus diesem Planungswettbewerb hervorgegangene Entwurf unterteilt den Garten so, dass fünf Nischen mit Bänken entstehen. "So kö¶nnen sich zeitgleich mehrere unserer bis zu acht Gäste mit Angehörigen im Garten aufhalten", erklärt die ehrenamtliche Geschäftsführerin der Hospizstiftung, Silvia Dempfle. "Ausserdem ist das Ganze recht pflegeleicht, damit wir das meiste später selbst machen können." Heute haben die Schüler ein Schnittstaudenbeet angelegt, wucherndes Gehölz zurückgeschnitten und den entstandenen Abfall weggebracht. Über 300 Pflanzen wurden neu gesetzt, darunter Rittersporn, Salbei, Lavendel und Hibiskus.

Außerdem pflegten die Azubis den zur Straße gelegenen Teil des Gartens mit Rindenmulch, Dünger und neuen Pflanzen, der bereits im letzten Jahr angelegt worden war.

Die Arbeit am Hospizhaus, die auch von folgenden Klassen fortgeführt wird, ist für den jeweiligen dritten Jahrgang der Berufsfachschule praktischer Unterricht, während die Einrichtung über die günstige Hilfe froh ist: "Wir machen hier auch keinen Gartenbaufirmen Konkurrenz", betont Markus Schell den Spendenchrarakter der geleisteten Arbeit, denn: "Was wir hier machen, könnte das Hospizhaus wohl gar nicht finanzieren." Ganz leer gehen die Schüler aber auch nicht aus: Nach getaner Arbeit bedankt sich die Mitarbeiter des Hauses bei Kaffee und Kuchen für den tatkräftigen Einsatz mit Kinogutscheinen. Um die weitere Gestaltung voranzubringen, wird noch jemand gesucht, der eine hohe Tanne im Garten des Hauses fällen kann.

 
 

Copyright Trierischer Volksfreund 18.07.2007

Langer Lauf des Lebens
 
Von unserem Mitarbeiter Holger Teusch
 
Laufen hat für Gerhard Geisen viel mit dem Leben zu tun. Man dürfe nie aufgeben, sagt der 50-Jährige über eine Parallele. Am vergangenen Wochenende lief der dreimalige Familienvater aus Heddert 200 Kilometer am Stück. 

Gerhard Geisen ist ein bescheidener Mensch. Dass er schier unglaublich lange Strecken zu Fuß zurücklegt, hängt der Läufer von Spiridon Hochwald nicht an die große Glocke. "Das hat sich alles nach und nach ergeben", erklärt er, wie er zum Ultramarathonläufer wurde. Über zehn Kilometer zum Halbmarathon, dann Marathon, na ja und schließlich 100 Kilometer - das scheint alles keine Hexerei.

Einmal rund um die Uhr auf der Strecke

Dass er nun bereits zum zweiten Mal die Mosel entlang von Koblenz nach Trier lief, beschreibt Geisen als die logische Weiterführung: "Ich wollte einmal im Leben 24 Stunden laufen", erklärt er. Im vergangenen Jahr schaffte er die Distanz zum ersten Mal. Er hatte gehört vom Spendenlauf für das Trierer Hospiz, der von Jörg Engel aus Morbach-Gutenthal organisiert wird. Engel war damals bereits zweimal die Mosel entlang gelaufen und suchte für den dritten Lauf Weggefährten für Teilabschnitte. Für Geisen war klar, dass er Engel, der diesmal allerdings nicht die ganze Strecke schaffte, durchgehend begleiten wollte.

So lange Strecken seien eine Sache der Einteilung, sagt Geisen. Und der Rest ist bei allen Distanzen ähnlich: "Bei zehn Kilometern muss man nach acht bis neun Kilometer, beim Halbmarathon bei Kilometer 18 oder 19 und bei 100 Kilometern zwischen 80 und 90 Kilometern auf die Zähne beißen."

Und bei 200 Kilometern? "Bei dieser Distanz wäre es tödlich, wenn man mit einem Fünfer-Minuten-Schnitt pro Kilometer beginnen würde", erklärt Geisen und bemüht eine Binsenweisheit unter (Ultra-)Marathonläufern: "Nicht die Strecke, sondern das Tempo tötet."

Und wie bewältigt man eine solch gewaltige Distanz psychisch? "Man darf sich keine großen Gedanken machen. Beim Hospiz-Lauf war viel Abwechslung da. Immer wieder neue Menschen, die ein Stück mitgelaufen sind, mit denen man reden konnte. Da wurde ich ganz schön abgelenkt", erklärt er und spannt einen Bogen vom Laufsport zum "richtigen" Leben: Positives Denken mache solche sportlichen Kraftanstrengungen ebenso wie den Alltag einfacher.

Geisen war schon immer eine Kämpfernatur. Während seiner Zeit als Fußballer erlitt er zwei Schien- und Wadenbein- sowie zwei Schlüsselbeinbrüche. Aber immer wieder kämpfte er sich zurück auf den Platz. Nach der Fußballer-Karriere war der Schritt zum Langstreckenläufer ein kleiner: "Ich habe im Mittelfeld gespielt und die anderen haben immer gesagt, ich hätte eine Bombenkondition", berichtet der 50-Jährige. Bereits 1998 stand der erste 100-Kilometer-Lauf auf dem Programm. Ein Jahr später lief Geisen bei den deutschen Meisterschaften in Troisdorf seine Bestzeit von 8:10:57 Stunden.

Training zwischen den Arbeitsschichten

Geisens Training unterscheidet sich im Umfang nicht von dem eines guten Marathonläufers. 100 bis 120 Kilometer kommen pro Woche zusammen. "Gegenüber vergangenem Jahr musste ich wegen einer Fußverletzung im Schnitt 20 Kilometer weniger pro Woche laufen", erzählt er von den Problemen in der Vorbereitung.

Trotzdem lief Geisen, der Marathon zweimal unter drei Stunden absolvierte, oft vier bis fünf Stunden am Stück. "Die langen, langsamen Läufe sind die wirkungsvollsten. Durch die Wechselschicht habe ich morgens mehr Zeit zum Trainieren", erklärt der gelernte Mechaniker die Vorteile seiner Arbeit als Anlagenführer bei einem Automobilzulieferer in Mandern.

Ob er 2008 noch einmal 200 Kilometer läuft, weiß Geisen noch nicht. Bevor er darüber nachdenke, müssten erst einmal die Wehwehchen wie Druckstellen an den Füßen verheilen.

 
 

Copyright Trierischer Volksfreund 04.04.2007

Gut aufgehoben am Ende des Lebens
 
Von unserem Redakteur
DIETER LINTZ
 
TRIER. Vor genau einem halben Jahr zog der erste Bewohner ins Trierer Hospiz ein. Seither war das Haus in der Ostallee die letzte Heimstatt für 39 Menschen aus der gesamten Region. Die Angehörigen sind dankbar für das Angebot, das ihnen die Begleitung ihrer sterbenden Familienmitglieder erleichtert. Kann das sein, dass ein Haus, in das Menschen kommen, um zu sterben, Heiterkeit ausstrahlt? Dass die Mitarbeiterinnen fast fröhlich wirken, jedenfalls aber gelassen und freundlich? Das Hospizhaus Trier hat so gar nichts Düsteres oder Deprimierendes, und wäre da nicht im Eingangsbereich das beeindruckende Abschieds-Buch, in dem alle Bewohner verewigt werden, man könnte sich im Foyer glatt in einer Pension in südlichen Gefilden wähnen.

Anlaufstelle für die letzte Lebensphase
Das Hospizhaus ist seit seiner Eröffnung eine Anlaufstelle für Menschen in der letzten Lebensphase geworden – und vor allem für ihre Angehörigen. Die dürfen, wenn sie wollen, rund um die Uhr bei ihren todkranken Partnern, Eltern oder Verwandten bleiben. Aber sie können auch die ganze Hilfe und Kompetenz der Hospiz-Mitarbeiter in Anspruch nehmen.

Oft sind es die Krankenhäuser, die ihre Patienten nach abgeschlossener Behandlung an das Hospizhaus weitervermitteln. Manchmal kommen auch die Angehörigen auf die Einrichtung zu. Aber es gibt sogar Fälle, in denen die Betroffenen selbst den Weg in die Ostallee finden. So wie jener Mann, an den sich Leiterin Sieglinde Gross erinnert: "Er kam im Herbst gleich nach der Eröffnung, um sich im Haus umzusehen." Dann habe er sich mit dem Satz verabschiedet, er werde wiederkommen, "wenn es so weit ist". Im Januar kam er tatsächlich, um seine letzten Lebenswochen im Hospizhaus zu verbringen.

Manche der Bewohner sind nur noch für wenige Tage da, andere bleiben Monate. Aber alle, das betont Monika Lutz vom Hospizverein, "kommen nicht, um zu sterben, sondern um die letzte Lebensphase so lebenswert wie möglich zu gestalten". Manche wollen nur ihre Ruhe, andere suchen Gespräche. Niemandem werden Vorschriften gemacht, die Gestaltung der Zeit bleibt den Bewohnern und ihren Angehörigen überlassen.

"Ich kann gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass es das Hospizhaus gibt", sagt Irmgard Müller (Name geändert). Ihr Mann ist dort gestorben, die Familie hat ihn intensiv betreut, bis zuletzt. "Man hat sich unglaublich freundlich um meinen Mann und uns gekümmert", erinnert sich die Triererin, "ich weiß gar nicht, wie ich den Leuten danken soll." Die Hilfe und Beratung für die Angehörigen gehört zum Kern-Angebot. Die Mitarbeiter helfen auch, wenn es darum geht, die Finanzierung des Aufenthalts mit den Kostenträgern zu klären. Es dürfe "auf keinen Fall so sein, dass jemand aus finanziellen Gründen nicht ins Hospiz kommen kann", betont Ex-Landrat Richard Groß, der dem Beirat der Hospiz-Stiftung angehört. In der Regel sind die Kassen am Brett, notfalls springen aber auch die Sozialämter ein. Wo man welche Anträge stellen muss, wissen die Hospiz-Mitarbeiter. Die acht Plätze des Hauses waren Mitte März zum ersten Mal komplett belegt. "Die Auslastungsquote ist im Plan", sagt Geschäftsführer Holger Brandt von der gemeinnützigen Träger-GmbH.

Hohe Eigenbeiträge müssen erbracht werden
Und trotzdem ist das Hospizhaus nicht frei von finanziellen Sorgen. Das liegt daran, dass der Gesetzgeber vorgeschrieben hat, dass die Träger einer solchen Einrichtung zehn Prozent des Etats aus eigener Kraft aufbringen müssen. Das soll eine Kommerzialisierung der Sterbebegleitung verhindern. Eine sinnvolle Schutzmaßnahme, die aber im Fall des Trierer Hospizhauses bedeutet, dass rund 100 000 Euro pro Jahr als Geld- oder Sachleistung in Eigenregie zu erbringen sind.
                                                                                                                                                                            
Zimmer im Hospizhaus
                                                                                                                           Foto: TV

Einen beachtlichen Teil davon "erwirtschaften" die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die im Wechsel einen Tag in der Woche Dienste übernehmen, von der "Portiersloge" bis zur Gartenpflege.

In Zusammenarbeit mit dem Hospizverein, der gleichfalls im Haus residiert, werden auch Ehrenamtler für die Begleitung der todkranken Menschen ausgebildet. Viele davon helfen in den Familien, wenn die Patienten zu Hause sterben wollen und die Umstände es ermöglichen. Aber sie stehen auch im Hospizhaus selbst zur Verfügung.

Trotz allem: Es wird auch schlichtweg Geld gebraucht. 250 Paten hat das Haus inzwischen, die jeweils mit 100 Euro jährlich bei der Finanzierung helfen. Doppelt so viele würden aber benötigt. Irmgard Müller hat sich entschieden: Sie übernimmt eine Patenschaft, im Andenken an ihren Mann. Das sei "das Mindeste, was man tun kann". Und sie hofft, "dass viele andere das auch machen".

Informationen über das Hospiz, aber auch über die Patenschaft im Internet unter  www.hospiz-trier.de oder telefonisch unter 0651/44656.



 
 

Copyright Trierischer Volksfreund 04.12.2006

TRIER. 14 Patenschaftsanträge konnte Dr. Franz-Josef Tentrup (rechts), Vorstandsmitglied der "Da-Sein – Hospizstiftung für die Region Trier", aus der Hand von Elmar Theis (Dritter von links) entgegennehmen. Theis hatte in seinem Bekanntenkreis für neue Paten geworben. Die Hospizstiftung sucht mindestens 500 Paten, die die Hospizarbeit im neuen Haus unterstützen. Bisher konnten fast 200 Paten gewonnen werden. Mit auf dem Foto: Ulrich Rüppel und Mechthild Theis. (red)/Foto: Hospizhaus

 

 

 

 
 

Copyright Trierischer Volksfreund 24.11.2006

Hoffnung geben, Hilfe sein

Von unserem Redakteur
JÖRG PISTORIUS

TRIER. In der Vorweihnachtszeit 2003 startete "Da-sein", nach der Villa Kunterbunt und der Aktion Nestwärme die dritte große Benefiz-Aktion des Trierischen Volksfreunds. Mit Spenden in Höhe von 500 000 Euro legten die TV-Leser den Grundstein für ein Hospizhaus, dessen Eröffnung gestern mit einem Festakt im Robert-Schuman-Haus gefeiert wurde.
 
Ein würdevolles Leben bis zuletzt, die Bemühungen um eine sensible Begleitung todkranker Menschen in ihren letzten Stunden, die enorme seelische Belastung und das ebenso große Engagement der ehren- und hauptamtlichen Helfer – diese Themen standen gestern Nachmittag im Mittelpunkt bewegender Reden und Diskussionsbeiträge.
Es geht um die Würde des Menschen

Das Hospizhaus in der Ostallee hat bereits seine Arbeit aufgenommen, am 9. Oktober zog der erste Gast ein. "Wir haben bisher neun Gäste betreuen dürfen", sagte Holger Brandt, Geschäftsführer der gemeinnützigen Trägergesellschaft. "Derzeit sind vier Menschen unsere Gäste." Die im Rahmen von "Da-sein" zusammen getragene Spendensumme hat den Umbau eines von der Reh-Stiftung zur Verfügung gestellten Gebäudes in ein Haus ermöglicht, in dem es grundsätzlich um die Würde des Menschen geht. "In diesem Haus herrscht keinesfalls eine Atmosphäre von Schwermut und Trauer, sondern eher ein fröhliches Miteinander", betonte Brandt. "Es ist auch ein Ort der Besinnung und der Ruhe, die betreuten Menschen fühlen sich geborgen."

"Da-sein" hat nicht nur Spendengelder gesammelt, sondern auch das unangenehme und verdrängte Tabu-Thema Sterben wieder ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. TV-Redakteur Dieter Lintz und Co-Autorin Birgit Pfaus-Ravida wurden 2004 für ihren Mut und ihre Sensibilität im Umgang mit diesem Thema mit dem Lokaljournalisten-Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet. "Es war eine Gratwanderung", bekannte Lintz, der gestern auch zu den Teilnehmern der Podiumsdiskussion im Schuman-Haus gehörte. "Wir wollten auf ein Thema aufmerksam machen, das in der Öffentlichkeit nicht hinreichend bekannt war. Gleichzeitig wollten wir mit der gebotenen Pietät vorgehen."

Der 1995 gegründete Hospizverein Trier war die Basis, von der jahrelang Bemühungen um die Schaffung eines Hospizhauses ausgingen. Die Leistungen dieses Vereins und seiner Helfer und Mitglieder standen im Mittelpunkt eines Impulsreferates der Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz, Gerda Graf. "Hospiz ist wesentlich mehr als ein Haus", betonte sie. "Die Hospizbewegung ist ,Todes-mutig' und ein Botschafter der Mitmenschlichkeit." Sterbenskranke Menschen seien schutz- und hilflos, sie fühlen sich in ihrem erkrankten und geschwächten Körper nicht mehr sicher. "Sie suchen nach einem Halt." Oberbürgermeister Helmut Schröer betonte: "Dieses Haus ist ein ganz besonderes Geschenk für die Stadt Trier und die gesamte Region."


 
 

Copyright Trierischer Volksfreund 05.10.2006

Ein Gingkobaum schenkt Hoffnung

Von unserer Mitarbeiterin
CORDULA FISCHER

TRIER. Helle Farben schaffen eine freundliche und angenehme Atmosphäre in den lichtdurchfluteten Räumen. "Es ist schön geworden", sagten viele der Besucher, die zur Einsegnung in das Hospizhaus gekommen sind, in das am 9. Oktober der erste Gast einziehen wird.
 
Kaum ein Tag hätte mit seiner Symbolkraft besser für die Einsegnung des Trierer Hospizhauses gewählt werden können als der Tag der Deutschen Einheit – steht er doch für Freude, Neuanfang und Hoffnung. Ebenso symbolträchtig kündet der große Gingkobaum neben dem Haus in der Ostallee davon, dass hier ein Ort der Hoffnung geschaffen worden ist.
"Dieser Baum hat den Ausschlag gegeben, dass wir am Plan, dieses Haus umzubauen, festgehalten haben. Der Gingkobaum möge seine Liebe in dieses Haus hinein tragen", sagt Veronika Reh von der Herbert-und-Veronika-Reh-Stiftung.

Hilfe für Sterbende auf ihrem letzten Weg

Und noch ein weiteres Symbol kommt während der Einsegnungsfeier dazu: Weinkönigin Ursula Bauer pflanzt einen Weinstock. "Er ist ein Zeichen des Lebens, soll die Verbundenheit von Erde und Himmel symbolisieren. Der Weinstock lebt und wächst mit dem Haus", erklärt Renate Langenbach vom Hospizverein, die die Ideengeberin für das neue Symbol ist. Prälat Franz Josef Gebert und Superintendent Christoph Pistorius segnen schließlich das Hospizhaus ein.

Viele Menschen haben dazu beigetragen, dass Sterbende auf dem letzten Weg ihres Lebens diese Hoffnung, Geborgenheit und Verbundenheit erleben können. Jahrelange Vorarbeit, die Unterstützung vieler Institutionen, Mäzene, Spender und Paten, die vom Trierischen Volksfreund unterstützte Aktion "Da sein", der Zusammenschluss von vier Krankenhäusern, des Club Aktivs und des Hospizvereins zur Trägergesellschaft haben die Weichen gestellt, um nach etwa neun Monaten Bauzeit schwerstkranken, sterbenden Menschen und ihren Angehörigen ein Zuhause mit kompetenter Begleitung und medizinischer Versorgung zu bieten.

"Dieses Haus ist ein Ort der Ruhe, Behaglichkeit und Hilfe bis zum Ende des Lebens", sagt Carl-Heinz Müller von Vorstand der Hospizstiftung für die Region Trier. "Sterbebegleitung ist ein Stück Lebensbegleitung", ergänzt Pflegedienst-Leiterin Sieglinde Gross. Deswegen ist es dem Team aus Fachkräften, einer Sozialarbeiterin und ehrenamtlichen Helfern wichtig, eine häusliche Atmosphäre zu schaffen, die Zimmer freundlich und nach den Bedürfnissen der zukünftigen Bewohner einzurichten. "Auch die große Terrasse mit einem barrierefreien Zugang zum Garten zu haben, war für uns ein Traum. Das Hospizhaus ist eine große Bereicherung für Trier. Auch der ambulante Hospizverein ist unter dem Dach untergebracht", sagte Monika Lutz, Vorsitzende des Vereins.
 

 
 

Copyright Trierischer Volksfreund 02.10.2006

Wohlfühlbad mit Sternenhimmel

Von unserem Redakteur
DIETER LINTZ

TRIER. Vor einem Jahr zeigte sich die Alte Villa zwischen Ostallee und Eisenbahn noch als dunkler, leicht heruntergekommener Bau. Jetzt strahlt sie in sanft-hellen, einladenden Innenfarben und schafft ein lichtes Ambiente für Menschen, die vom Leben nichts mehr zu erwarten haben als eine würdige letzte Phase. Ein Ort, an dem todkranke Menschen in Würde sterben können: das Hospizhaus Trier in der Ostallee.
Es geht Spitz auf Knopf zu beim künftigen Hospizhaus. An allen Ecken und Enden wurde in den letzten Tagen gewerkelt, um den Bau in Rekordzeit fertig zu stellen. Aber nicht nur die Zeit ist knapp, auch das Geld. Jede Ausgabe liegt zurzeit auf der Goldwaage. "Die Vorhänge sind zu teuer", sagt Holger Brandt, Geschäftsführer der Träger-GmbH, "nicht dass wir pleite sind, bevor es losgeht". Ganz ernst ist das nicht gemeint. Aber reiner Spaß ist es auch nicht. Das ambitionierte Projekt fordert Träger, Hospizstiftung und Mitarbeiter bis an den Rand ihrer Möglichkeiten. Man hat sehr viel Herzblut und sehr viel Geld investiert, um für die künftigen todkranken Bewohner des Hospizhauses möglichst optimale Bedingungen zu schaffen.

Große Zimmer, breite Türen, benutzerfreundliche Nasszellen, Sonnenschutz und gute Belüftung stehen jedem zur Verfügung, ebenso wie ein für alle nutzbares "Wohlfühlbad" mit Sternenhimmel über der großen Wanne.

Das große Ziel hat auch bei vielen Firmen Engagement freigesetzt. Groß-Förderer wie Türen-Borne und die Telenetwork AG haben entscheidende Beiträge geleistet, Villeroy&Boch, Ladenbau Brand, Küchen Reddy, Bürohaus Lehr und Elektro Weber halfen ebenfalls kräftig mit. Nach wie vor kann das Hospiz auf Großzügigkeit und Kreativität setzen: So entwirft beispielsweise Glas Kaschenbach Kunst-Fenster für den "Raum der Stille", in dem vor allem die Angehörigen der Sterbenden Ruhe und Kraft finden sollen.

Bei der Gestaltung waren die Experten vom Hospizverein ebenso eingebunden wie die künftige Pflegedienstleitung. "Wir haben sehr eng zusammen gearbeitet", sagt Maria Brandau vom Hospizverein.

An Nachfrage dürfte es nicht fehlen, ist doch durch die enge Kooperation mit den Krankenhäusern gewährleistet, dass Menschen, die die Hilfe des Hospizes brauchen können, auf die Möglichkeiten der neuen Einrichtung aufmerksam gemacht werden. Aber auch Angehörige haben schon von sich aus Kontakt zum Hospizverein gesucht.

Auf Patenschaften angewiesen
Um die Finanzierung des Projekts auf Dauer zu sichern, setzt die Hospizstiftung auf Patenschaften. Man hofft auf einen Kreis von 500 Unterstützern, die mit einem Betrag von jährlich 100 Euro für das Hospizhaus einstehen. "Wir haben schon 120 Paten", sagt Maria Brandau stolz, "bevor das Haus in Betrieb ist." Interessenten können sich unter 0651/44656 oder unter www.hospiz-trier.de informieren.

Für den feierlichen Eröffnungs-Festakt lässt man sich noch Zeit, er ist für den 24. November im Robert-Schuman-Haus geplant. Die Einweihung des Hospizhauses selbst ist am morgigen Dienstag ab 10 Uhr. Musikalische Untermalung, Meditationen im Raum der Stille, ökumenische Einsegnung und die Pflanzung eines Rebstocks schaffen einen würdigen Rahmen. Bis 16 Uhr steht das Haus gegenüber dem Landesmuseum allen interessierten Bürgern zur Besichtigung offen.


 


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Trierischer Volksfreund 02.10.2006

Region Trier hat ihr erstes Hospizhaus

TRIER. (DiL) Die Region Trier erhält ihr erstes Hospizhaus. Das Gebäude, in dem todkranke Menschen ihre letzte Lebensphase verbringen können, wird morgen offiziell eingeweiht und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Als vor fünf Jahren erstmals ernsthaft über eine solche Einrichtung nachgedacht wurde, waren die Realisierungs-Chancen denkbar gering. Zwei Meilensteine machten in der Folge die in der Region Trier einmalige Einrichtung möglich: Die Herbert- und Veronika-Reh-Stiftung stellte ein Gebäude in der Trierer Ostallee zur Verfügung, und die TV-Spendenaktion Da-Sein erbrachte zur Jahreswende 2003/2004 eine Summe von 400 000 Euro. Zusammen mit weiteren Sach- und Leistungsspenden konnte so fast die Hälfte der Umbaukosten von 1,2 Millionen Euro aufgebracht werden.
Für den Rest musste die inzwischen gegründete Hospizstiftung Kredite aufnehmen – machbar, aber mit erheblichen Belastungen für die Zukunft. Spenden und Unterstützungen, etwa in Form einer Patenschaft, sind daher weiter erwünscht.

Für den Betrieb zeichnet eine gemeinnützige GmbH verantwortlich, in der neben dem Hospizverein die Träger verschiedener Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen vertreten sind – auch das eine in dieser Form bislang einmalige Zusammenarbeit. Acht Zimmer für Menschen, deren medizinische Behandlung abgeschlossen ist und die in absehbarer Zeit sterben werden, stehen zur Verfügung. Sie sind freundlich und mit optimalen Pflegemöglichkeiten eingerichtet. Insgesamt 14 feste Mitarbeiter, davon acht erfahrene Fach-Pflegekräfte und eine Sozialarbeiterin, kümmern sich um die Bewohner. Dazu kommen 15 ehrenamtliche Kräfte, die nach freiwilliger Ausbildung in die Arbeit des Hospizhauses integriert werden. Auch der Hospizverein, der sich um die Begleitung und Betreuung von Sterbenden im häuslichen Familienkreis kümmert, wird ab November im Obergeschoss des Hauses residieren.

Die Finanzierung des laufenden Betriebes erfolgt über feste Pflegesätze der Kassen, die sich recht kompliziert errechnen. Je nach Einkommen sind – ähnlich wie in einem Pflegeheim – Eigenbeiträge zu leisten, die aber gegebenenfalls das Sozialamt übernimmt. "Die Aufnahme bei uns wird nicht am Geld scheitern", versichert Pflegedienst-Leiterin Sieglinde Gross.

Weil das Personal eingestellt ist und hohe laufende Kosten anfallen, sollen bereits ab dem 9. Oktober erste Bewohner aufgenommen werden. Im Rahmen der Einweihung besteht morgen von 10 bis 16 Uhr zum letzten Mal die Chance, sich das fertige Haus in der Ostallee 67 anzusehen
 

 
 

 

Copyright Trierischer Volksfreund 16.07.2006

200 Kilometer für den guten Zweck
Jörg Engel und Gerhard Geisen sind zu Gunsten des Hospizhauses von Koblenz nach Trier gelaufen

TRIER. Erschöpft, aber glücklich standen Jörg Engel und Gerhard Geisen am Samstag vor der Porta Nigra. 200 Kilometer steckten den beiden Läufern in den Knochen. Zu Gunsten des Hospizhauses legten sie die Strecke entlang der Mosel in weniger als 24 Stunden zurück.

Von unserer Mitarbeiterin
CORDULA FISCHER

"Es ist ein gigantisches Gefühl, hier zu stehen, und ein bombastischer Erfolg", sagt Jörg Engel (33). Zum dritten Mal hatte der Intensivpfleger im Brüderkrankenhaus viel trainiert, organisiert und sich auf den langen Weg gemacht, um diese außergewöhnliche Werbemaßnahme als seinen Beitrag für das Hospizhaus zu leisten. "Die Stimmung war großartig, vom ersten bis zum letzten Kilometer", sagt Engel. "Das Gesamterlebnis ist sehr bewegend und mit der Geburt eines Kindes zu vergleichen."

Auf die Bemühungen des Hospizvereins sei er durch die Aktion "Da Sein" des Trierischen Volksfreundes aufmerksam geworden. Aber auch durch seine Arbeit im Krankenhaus wisse er, wie wichtig es ist, über die Hospizbewegung zu informieren und Betroffenen zu helfen. "Von Mal zu Mal wurde der Hospiz-Spendenlauf zu einer größeren Aktion mit riesiger Resonanz. Es ist eine wichtige Aktion, um Aufmerksamkeit für unsere Sache zu wecken", sagt Marientraud Brill, Hospizschwester des Trierer Hospizvereins.

2004 lief Engel die Strecke zum ersten Mal. Alleine, mit wenigen Helfern. 2006 unterstützten ihn weit mehr als 100 Menschen, Mechaniker Gerhard Geisen (49) begleitete ihn über die gesamten 200 Kilometer.

Geisen hat selbst einen Pflegefall in der Familie. Er habe sich zum einen wegen der persönlichen Betroffenheit spontan entschlossen, sich an Engels Aktion zu beteiligen, aber auch aus dem Wunsch heraus, anderen Menschen zu helfen. "Das war ein bleibendes Erlebnis, daran denkt man sein ganzes Leben", sagt er gerührt nach der Ankunft in Trier.

Viele Menschen gesellten sich auf Teilabschnitten zu den beiden Läufern, die Berufsfeuerwehr Trier und viele Freiwillige Feuerwehren aus den durchquerten Ortschaften eskortierten sie und sorgten für die Verpflegung. "Diese Motivation von außen ist sehr wichtig. Irgendwann waren die Schmerzen sehr groß, aber 25 Kilometer vor Trier spielte das keine Rolle mehr", sagt Engel. "Heiß war es und nachts sehr kühl", weiß Norbert Becker (71) zu berichten, der den Läufern auf dem Fahrrad vorausfuhr und mit dem Megafon über die Aktion informierte. "Man muss helfen, wenn es hier so eine Station gibt", sagt Weber. Über 3000 Euro spendeten die Menschen, die durch den Langstreckenlauf auf den Hospizverein aufmerksam geworden waren.

Ein gutes Ergebnis, dass Jörg Engel motiviert, sich weiter zu engagieren. "Obwohl so ein Lauf viel Arbeit und Vorbereitung erfordert, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass es einen vierten Hospiz-Spendenlauf geben wird."

Jörg Engel bei seiner Zielankunft im vorigen Jahr

 
 

Copyright Trierischer Volksfreund 13.06.2006

Gut betreut auf dem letzten Weg
 TRIER. In rund drei Monaten wird aus der ehemaligen Villa Mohr in der Ostallee das Hospizhaus Trier. Beim Baufest am Mittwoch zeigten sich alle Verantwortlichen optimistisch, dass ab Mitte Oktober schwerstkranke Menschen einen würdigen Platz zum Sterben haben. Die TV-Aktion „Da-Sein“ hatte mit Spenden-Einnahmen von rund 400 000 Euro das finanzielle Fundament für das Hospizhaus geliefert.

Von unserem Redakteur
ROLAND MORGEN

Tod und Sterben zählen nicht zu den gesellschaftlichen Lieblingsthemen. Mit fatalen Folgen für Betroffene: „Sterben wird tabuisiert, Sterbende werden ausgegrenzt“, weiß Dr. Franz-Josef Tentrup, langjähriger Leiter der Palliativstation des Mutterhauses und Pionier der Trierer Hospizbewegung, die diesem Missstand entgegenwirkt und Versorgung in würdiger Umgebung bietet. Das kann sie bald endlich im eigenen Domizil tun.

Werbung für  Patenschafts-Aktion

Das Hospizhaus ist in seinem Rohbau fertig, nun geht es an den Innenausbau und den finalen Feinschliff. Bei einem kompletten Neubau wäre das der Zeitpunkt für ein Richtfest, die Hospiz-Protagonisten nutzten die Gelegenheit zu einem Baufest am Mittwochnachmittag. „Um all unseren Spendern und Unterstützern danke zu sagen und zu zeigen, dass es voran geht“, betonte Monika Lutz, die Vorsitzende des Hospizvereins.

 Aber auch, um das gemeinsame Anliegen noch einmal in die Öffentlichkeit zu tragen. 1000 Trierer sterben jährlich, viele von ihnen nach einsamem Siechtum. Ihnen soll eine wertschätzende Begleitung und kompetente medizinische Betreuung auf dem letzten Weg zur Seite stehen. Bis zu acht todkranke Bewohner finden, betreut von ehrenamtlichen und professionellen Kräften, voraussichtlich ab Mitte Oktober ihr letztes Zuhause in der von der Herbert-und-Veronika-Reh-Stiftung zum Nulltarif zur Verfügung gestellten und für rund 1,2 Millionen Euro nach Plänen von Architekt Ulrich Pasucha um- und ausgebauten ehemaligen Villa Mohr (Ostallee 67). Außerdem wird das Hospizhaus den ambulanten Dienst des Hospizvereins sowie die Fort- und Weiterbildungsinitiative beherbergen. Träger ist die Stationäre Hospiz Trier gGmbH, in der sich die Trierer Kliniken Mutterhaus, Brüderkrankenhaus, Elisabeth-Krankenhaus, das Kreiskrankenhaus Saarburg, der Club Aktiv und der Hospizverein zusammengeschlossen haben.

Viele der mehr als 200 Baufest-Gäste kamen nicht mit leeren Händen. Rotarier überreichten einen 2000-Euro-Spendenscheck, Dr. Edgar Piedmont setzte die zu seinem 80. Geburtstag erbetenen Geldspenden in dauerhafte Patenschaften für das Hospizhaus um, von dessen Kosten (jährlich rund 650 000 Euro) zehn Prozent durch Spenden gedeckt werden müssen. Das „Geldsammeln“ ist Aufgabe der Stiftung „Da-Sein“, deren Vorsitzender Franz-Josef Tentrup kräftig die Werbetrommel für weitere Patenschafts-Übernahmen rührte. Informationen unter Telefon 0651/44656).

OB Schröer und ADD-Präsident Mertes würdigten in dem von einem Klarinettenquartett der Kreismusikschule Trier-Saarburg umrahmten offiziellen Festteil das Engagement der Hospiz-Bewegung und die TV-Spendenaktion „Da-Sein“.

 
 

Copyright Triererischer Volksfreund 16.03.2006

Hospiz Verein stellt sich vor

TRIER. (red) Der Hospiz-Verein Trier feiert in diesen Wochen seinen zehnten Geburtstag. Am Samstag, 18. März, findet daher ein Hospiz-Informationstag in der Aula des Angela-Merici-Gymnasiums in Trier, Neustraße 35, statt. Ein Auszug aus dem Programm: Von 11 Uhr bis 16 Uhr stellen Mitarbeiter des Hospizvereins und der Palliativstation ihre Angebote vor. Die Krebsgesellschaft und das Trierer Netzwerk Trauer informiert über Beratungen. Ab 12 Uhr: Das Duo "Con Anima" mit Sonja Kranich (Klavier) und Martin Görg (Posaune) begleitet die Veranstaltung. Um 13 Uhr liest Dr. Ernst Schneck aus "Verkauft mir das Leiden nicht als Gottes Willen – Ein Vater verliert seinen Sohn". Ab 15 Uhr musiziert der Musikkreis Alte Musik Trier.

 

Copyright Trierischer Volksfreund 15.03.2006

Hospiz-Verein feiert Geburtstag
Umfangreiches Programm mit Musik und Lesung

TRIER. (red) Der Hospiz-Verein Trier begeht in diesen Wochen seinen zehnten Geburtstag.

Anlässlich dieses Jubiläums findet am Samstag, 18. März, von 11 bis 16 Uhr ein Hospiz-Informationstag in der Aula des Angela-Merici-Gymnasiums, Neustr. 35, statt. Mitarbeiter des Vereins und der Palliativstation stellen ihre Begleitungs- und Beratungsangebote für schwerstkranke Menschen vor.

Hier können sich Interessierte auch über den Stand der Entwicklung des entstehenden Hospizhauses informieren, das mit Hilfe der Spendengelder aus der vom Trierischen Volksfreund initiierten Aktion "Da-Sein" entsteht und im Herbst eröffnet werden soll.

Zudem wird den Besuchern des Informationstages ein "kreativer Raum" geboten, in dem sie ihren Gedanken, Erfahrungen oder Erlebnissen mit Leben, Sterben, Abschied und Hoffnung Ausdruck verleihen können.

Der Geburtstag wird ab 12 Uhr von dem Duo Con Anima begleitet. Um 13 Uhr liest der Trierer Ernst Schneck aus seinem Buch "Verkauft mir das Leiden nicht als Gottes Willen – Ein Vater verliert seinen Sohn", in dem er persönliche Erfahrungen mit dem Sterben seines Kindes verarbeitet hat. Ab 15 Uhr musiziert der Musikkreis Alte Musik Trier.

Außerdem stellen sich die Krebsgesellschaft, das Begegnungsforum Haus Franziskus und das Trierer Netzwerk Trauer vor. An einem Bücherstand wird Literatur zum Thema angeboten.

 
 

Copyright Trierischer Volksfreund 12.03.2006

Leben mit dem Tod

TRIER. "Bevor ich gehe, bleibe ich." Unter diesem Titel präsentierte der Hospiz Verein Trier zu seinem zehnjährigen Bestehen einen Chanson- und Kabarettabend mit Petra Afonin im Saal des Kurfürstlichen Palais.
Von unserem Mitarbeiter
HANS B. BREMER

Chansons und Kabarett zu den Tabu-Themen Sterben, Tod und Trauer? Ja, das ist durchaus möglich. Aber um es gleich vorweg zu sagen: Das Publikum machte den Eindruck, als predige Petra Afonin sozusagen zu den bereits Konvertierten. Soll heißen: Bei der überwiegenden Mehrzahl der Zuhörer und Zuschauer schien es sich um Menschen zu handeln, die gelernt haben, mit Sterben, Tod und Trauer umzugehen, und die sich vermutlich auch auf die eine oder andere Weise in der Hospizbewegung engagieren.

Statt Eintritt zu verlangen, hatte der Hospiz Verein Trier um Spenden zu Gunsten der vom Trierischen Volksfreund unterstützten "Aktion Da-Sein – ein Hospizhaus für Trier" gebeten. Der Saal war gut besetzt, und man kann dem Verein nur wünschen, dass er nach diesem Abend seinem Ziel zumindest ein Stück näher gekommen ist.

Die Bochumer Schauspielerin Petra Afonin wurde am Klavier begleitet von Susanne Hinkelbein, die den Großteil der Chansons vertont hatte. Neben eigenen Texten trug Afonin auch solche von Max Frisch, Otto Reutter, Hildegard Knef und anderen vor. An der Textauswahl faszinierte vor allem die überall erkennbare Nähe zwischen Traurigkeit und Heiterkeit. Mit dem Sterben, dem Tod und der Trauer richtig und sinnvoll umzugehen, heißt eben nicht, dass für hellere Töne kein Platz mehr sein darf. Jeder muss wohl seinen eigenen Weg finden, mit dem Abschiednehmen und dem Zurückbleiben fertig zu werden. Aber der Weg, zu dem Petra Afonin ihr Publikum einlädt, ist sicher nicht der schlechteste.

Mit einfachsten Requisiten gelang es der Schauspielerin, ihre Zuhörer und Zuschauer auf den jeweils folgenden Programmpunkt auch optisch einzustimmen. Bewundernswert nicht zuletzt ihre Sprechtechnik: Auch bei einigen schnell vorgetragenen Chansons war jedes Wort, jede Silbe glasklar zu verstehen. Dass Petra Afonin eine wirklich hervorragende Schauspielerin ist, zeigten auch ihr Gesichtsausdruck und ihre Gestik. Nichts wirkte aufgesetzt oder künstlich.

Programm aus einem Guss

Was man vielleicht an dem Abend vermissen konnte, trotz einer kurzen Passage aus der Bibel, war das Thema Religion, beziehungsweise geistliche Begleitung beim Sterben und beim Trauern. Im übrigen schien auch zumindest kein katholischer Geistlicher im Saal zu sitzen. Eine gute Entscheidung war es, bei der eineinhalbstündigen Veranstaltung auf eine Pause zu verzichten. Dazu war das Programm viel zu sehr aus einem Guss.

Mit dem abschließenden, wienerischen Chanson stellte Petra Afonin sich selbst und ihrem Publikum die überraschende Frage, ob der Tod uns nicht vielleicht auch als Freund begegnen könne. Das mag manch einen an den bewegenden und tröstlichen Bach-Choral "Komm, oh Tod, du Schlafes Bruder" erinnert haben.

 

Copyright Trierischer Volksfreund 22.02.2006

Tod, Trauer, Freude am Leben

TRIER. (red) Eine Filmreihe über Sterben, Tod und Trauer sowie über die Freude am Leben läuft derzeit im "Broadway Filmpalast" in Trier. Der Hospiz Verein Trier hat diese Veranstaltungsreihe anlässlich seines zehnjährigen Bestehens initiiert.

Die Filme beschäftigen sich in unterschiedlicher Weise mit Schicksal, Krankheit, Heilung und Hoffnung und sind jeweils mittwochs um 19 Uhr zu sehen. Die Termine im Einzelnen: Mittwoch, 1. März: "Mein Leben ohne mich", 22. März: "Am seidenen Faden" und 29. März: "21 Gramm". Programme sind beim Hospiz Verein Trier, Margaretengässchen 4 in Trier, Telefon 0651/44656, erhältlich.

 
 

Copyright Triererischer Volksfreund 07.02.2006

Wenn der Tod nahe ist
Vor zehn Jahren gegründet: Trierer Hospiz-Verein ermöglicht Sterben in Würde

TRIER. (KBB) Vor zehn Jahren hat der Hospiz-Verein Trier seine Arbeit aufgenommen. Seitdem versucht er, schwerkranken Menschen einen würdigen Abschied zu ermöglichen. Unter anderem durch Spenden der TV-Leser entsteht zur Zeit in der Ostallee ein Hospiz-Haus für die Region.

Finanziert durch Mitgliedsbeiträge, Zuschüsse und vor allem Spenden hat es sich der Hospiz-Verein zur Aufgabe gemacht, alte und kranke Menschen in den letzten Wochen, Tagen oder Stunden des Lebens zu begleiten. Die "Patienten" werden vorwiegend ambulant, also zu Hause oder im Krankenhaus, sowie in geringem Umfang auch stationär im bisherigen Hospizhaus im Margaretengäßchen 4 betreut. "2005 haben wir 68 Menschen betreut", sagt Gabi Reichel vom ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Trier, "davon 52 ambulant und elf stationär."

Die stationäre Betreuung soll künftig durch den Bau eines neuen Hospizhauses in der Ostallee ausgeweitet werden. Finanziert wird es durch Spendeneinnahmen, hauptsächlich aus der Aktion "Da-Sein" in Zusammenarbeit mit dem Trierischen Volksfreund und aus der 1997 gegründeten Herbert-und-Veronika-Reh-Stiftung, die die Bauherrenfunktion übernimmt und das Haus für den Hospizverein zur Verfügung stellt. "Wenn es schnell geht, wird das neue Hospizhaus schon Ende September dieses Jahres bezugsfertig sein", freut sich Herbert Reh.

Während der Jahrhauptversammlung blickte Monika Lutz, Vorsitzende des Hospizvereins, auf zehn arbeitsreiche Vereinsjahre zurück: "Ich danke vor allem den drei hauptamtlichen und 72 ehrenamtlichen Helfern in unserem Verein. Wir haben in den vergangenen zehn Jahren gemeinsam viel erreicht."

Vor allem die Aktion "Da-Sein" sorgte für Aufmerksamkeit und mehr Verständnis im Umgang mit dem Thema "Tod" – rund 500 000 Euro an Spenden konnten mit der Aktion gesammelt und in das Projekt "Ein Hospizhaus für Trier" investiert werden.

Auch mit künstlerischen Formaten soll die Auseinandersetzung mit dem Tabu-Thema Tod gefördert werden: Im Februar beginnt eine Filmreihe im Broadway-Kino und am 11. März ist ein Chanson-Abend mit dem Thema "Bevor ich gehe, bleibe ich" vorgesehen. "Wir müssen alten und kranken Menschen weiterhin eine Perspektive bieten", sagt Monika Lutz, "würdiges Sterben muss angesichts der demografischen Entwicklung und der älter werdenden Gesellschaft möglich bleiben. Dazu wollen wir einen Beitrag leisten."

 
 

Copyright Trierischer Volksfreund 25.01.2006

700 Euro für Hospiz
Benefiz-Aktion in Farschweiler zugunsten "Da-Sein"

FARSCHWEILER. (woc) Glühwein, Kuchen, Würstchen: Stolze 700 Euro sind bei einem privaten Benefiz-Nachmittag zu Gunsten der Hospiz-Aktion "Da-Sein" zusammengekommen.

Geplant und organisiert wurde die Aktion von Familie Meisberger aus Farschweiler. "Meine Tante arbeitet in einem Hospizhaus in Nordrhein-Westphalen", erzählt Mutter Wilma, "bei Besuchen haben wir kennen gelernt, wie äußerst wichtig Sterbebegleitung ist." Die Aktion "Da-Sein" – im Herbst 2003 vom TV zur Förderung der Einrichtung eines Hospiz-Hauses in Trier ins Leben gerufen – brachte die Familie auf die Idee: Freunde, Nachbarn und Bekannte wurden um Hilfe gebeten, die offene Garage mit Biertisch-Garnituren zum gemütlichen Freiluft-Treff hergerichtet. Die drei Meisberger-Kinder betreuten den SchokoFrüchte-Stand, ein Winzer aus Ensch stiftete den Glühwein, ein Bäcker die Plätzchen, Nachbarinnen buken Kuchen. Ein Stand mit Geschenk- und Bastelartikeln wurde organisiert.

"Wir hatten im Dorfladen mit einem kleinen Aushang auf unseren Benefiz-Nachmittag hingewiesen", erzählt Hans-Dieter Meisberger. Aber dass die Aktion im Ort eine solche Resonanz hervorrufen würde, haben die beiden nicht zu hoffen gewagt: "Über 200 Gäste kamen!", erinnert sich Vater Hans-Dieter. Innerhalb von gut vier Stunden wurde so viel gegessen, getrunken, gekauft und gespendet, dass am Schluss weit mehr als 600 Euro übrig blieben. Die Meisbergers stockten auf 700 Euro auf. Das Geld fließt in das zur Zeit in der Trierer Ostallee entstehende Hospiz-Haus, das im Herbst 2006 den Betrieb aufnehmen soll.

Ähnliche Aktion in der Planung

"Unser Dank gilt allen Spendern und Helfern!", betont das Ehepaar unisono. Für den nächsten Advent habe man bereits eine ähnliche Aktion ins Auge gefasst.

Dass sich die Überweisung an den Hospiz-Verein bis jetzt herausgezögert hat, hat einen traurigen Grund: ein Todesfall in der Familie. "Da haben wir am eigenen Leib erfahren, wie wichtig es ist, dass Menschen in ihren letzten Stunden nicht alleine gelassen werden", sagt Wilma Meisberger.

 

Copyright Triererischer Volksfreund 17.06.2005

Sinnvolle Idee fördern
Schüler der Euro-Schulen unterstützen Trierer Hospiz

TRIER. (red) Eine Spende von 500 Euro übergaben Vertreter der Euro-Schulen Trier an den Hospiz-Verein Trier. Der Betrag war der Erlös vom Tag der offenen Tür Ende 2004.

Spontan hatten sich die Schüler entschieden, die gesamten Einnahmen der Veranstaltung zu spenden. Ursprünglich sollte das Geld auf die Klassenkassen aufgeteilt werden. Schnell war klar, dass sie ein regionales Projekt fördern wollten. In einem Treffen der Klassensprecher fand der Vorschlag der Klasse MDA 5, den angehenden Medizinischen Dokumentationsassistenten, Zuspruch. Im Trierischen Volksfreund hatten sie von den Zielen des Vereins und dem Ausbau des Hauses an der Ostallee gelesen und mit ihrem Dozenten für Anatomie, Christian Hauer, über die sinnvolle und schwierige Tätigkeit der ehrenamtlichen Hospizhelfer diskutiert.

Zusammen mit Schülerinnen der Klasse MDA5 und der Leiterin der Euro-Schulen, Ute Heck, übergaben sie den Vertreterinnen des Hospiz-Vereins den Scheck. Renate Langenbach, Ärztin an der Palliativstation des Mutterhauses, und die Altenpflegerin Fatima Ahmed, beide im Vorstand des Hospiz-Vereins, nahmen die Spende entgegen. "Meist ist der Tod unter den jungen Leuten kein Gesprächsthema. Gerade deswegen freue ich mich ganz besonders", sagte Langenbach, die die Gruppe durch das Haus an der Ostallee führte und die Umbauten erläuterte.

Noch immer ist der Verein auf Spenden angewiesen, um die Renovierung voranzutreiben. Besonders kostenintensiv ist der Fahrstuhl. Es sollen acht Einzelzimmer für Erwachsene und ein Zimmer für Kinder ausgebaut werden.

Spenden an Hospiz-Verein Trier, Konto 205 005, BLZ 585 501 30, Sparkasse Trier.

 
 

Copyright Triererischer Volksfreund 29.04.2005

Vier-Tage-Party für "Da-Sein"

TRIER. (DiL) Ihren 50. Geburtstag feiert die Olewiger Getränkefirma Lorscheider mit einer Mammut-Party für einen guten Zweck: Vier Tage lang, von Vatertag (5. Mai) bis Sonntag, 8. Mai, gastieren jeden Abend Bands auf dem Hof der Firma in der Nähe des Blesiusgartens. Am Vatertag spielt um 19.30 Uhr die Leiendecker Bloas, am Freitag gastiert die Fun Message Band mit "Best of Abba", am Samstag kommt "Smo", die Party-Band aus Saarburg, am Sonntag (schon ab 19 Uhr) tritt "Instead" auf. Außerdem gibt es am Sonntag um 11 Uhr ein Frühschoppenkonzert. Der Clou: Die Konzerte sind gratis, die Bands treten ohne Gage auf, und die Firma Lorscheider stiftet die kompletten Getränke, so dass alle Einnahmen aus dem Verkauf ungeschmälert der Aktion "Da-Sein" für ein Hospizhaus in Trier zur Verfügung gestellt werden können.

 
 

Copyright Triererischer Volksfreund 14.03.2005

Schmökern fürs Hospizhaus
Premiere: Rotarier veranstalten Fastenessen und Weinbörse

TRIER. Mit der Aktion Trierer Fasten-Essen unterstützten die Trierer Rotarier das zukünftige Hospiz-Haus.

Von unserer Mitarbeiterin
GABRIELA BÖHM

Eine gelöste Stimmung, lockere Gespräche und viele Scherze – die Atmosphäre im Zelt auf dem Domfreihof stand ganz im Sinne der Veranstalter. "Wir waren mit dem Thema Hospiz noch nie so präsent, mitten in der Stadt und vor dem Dom", meinte Carlos Müller, der seit Januar den Vorsitz im Hospizverein an seine Stellvertreterin Monika Lutz abgegeben hat. "Ein schwieriges Thema leicht gemacht", befand auch Lutz. Tatsächlich hatten in der Mittagszeit der Oberbürgermeister mit dem gesamten Stadtvorstand, viele Personen aus dem öffentlichen Leben und etliche Passanten den Weg zum Fasten-Essen eingeschlagen. Um nicht nur für den guten Zweck eine leckere Suppe zu essen und Wein zu kaufen, sondern sich auch über den Hospizverein zu informieren. "Die Resonanz zeigt: Das Thema wird von der Öffentlichkeit angenommen", freute sich Müller.

Veranstaltet hatte das Fastenessen der Rotary Club (RC) Trier-Porta. Sein Präsident, Ulrich Dempfle, hoffte, mit der Aktion zwischen 3000 und 5000 Euro einzunehmen. Denn die zwei Trierer Rotary Clubs unterstützen in dem 100. Jahr ihres Bestehens zusammen mit dem RC Mittel-Mosel-Wittlich und dem RC Saarburg das Projekt Trierer Hospizhaus. Dort wollen die Rotarier die individuelle und freundliche Einrichtung von vier Betreuungszimmern finanzieren. "Ich hoffe, mit dem Fastenessen den Menschen ins Bewusstsein zu bringen, dass Geld für das Hospizhaus notwendig ist", meinte Dempfle. Mehrere Sponsoren hatten die Aktion unterstützt und zeigten damit – genauso wie die Besucher – ihr Engagement.

Die Trägergesellschaft des Bistums Trier (TBT) kümmerte sich um das Essen und das Zelt. Ein Bücherstand, der vom Konzer Bürgermeister Winfried Manns betreut wurde, sorgte für weitere Einnahmen. Denn der Governor des hiesigen Destricts, Helmut Falter, hatte aus seinen Bücherbeständen rund 1000 Bücher zur Verfügung gestellt, die zu günstigen Preisen verkauft wurden. "Mit dieser Aktion ist eine gute Geschichte angestoßen", lobte Manns. Gleichfalls großzügig zeigten sich die Winzer und Rotarier Egon Müller, Claus Piedmont, Christoph Tyrell, Nic Weis und die Vereinigten Hospitien, die jeweils 60 Flaschen Wein gespendet hatten.

Bereits am Mittag waren etliche Lagen ausverkauft. Ebenso dem guten Zweck dienlich war der Einsatz der Mitglieder des Hospizvereins. Sie informierten über ihre Arbeit, die nicht nur Sterbebegleitung ist. Nach wie vor seien weitere ehrenamtliche Helfer willkommen, wenngleich seit der Aktion Da-Sein 30 Menschen als Sterbebegleiter hinzu gekommen seien.

"Die Betreuung einer Homepage, Öffentlichkeitsarbeit, Büro- und Telefondient – dafür sind weitere Helfer nötig", meinte Vorstandsmitglied Ruth Krell.

 
 

Copyright Triererischer Volksfreund 08.01.2004

Tumorpatienten unterstützen
Am Sonntag Benefizkonzert zugunsten des Hospiz-Vereins Trier in der Tufa

TRIER. "Zu Hause sterben können" ist der Wunsch vieler kranker oder alter Menschen. Zu Hause, wo sie die Pflege und Geborgenheit der Familie spüren. Insbesondere Patienten, die an Tumoren im Mund- oder Gesichtsbereich erkrankt sind, benötigen die Hilfe ihrer Angehörigen. Der Trierer Hospiz-Verein unterstützt die Familien, doch das Geld ist knapp. Am 11. Januar findet ein Benefizkonzert in der Tuchfabrik statt.

Von unserer Mitarbeiterin
MONIKA GRIEBELER

Mit der Bezeichnung Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie verbinden Laien oft wenig. "Bessere Zahnärzte" mutmaßen die einen, "Schönheitsdoktoren" denken die anderen. Tatsächlich handelt es sich bei den Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen um hochspezialisierte Fachärzte, die ein Medizin- und Zahnmedizin-Studium absolvieren müssen, um die Facharztausbildung beginnen zu können.

"Menschen, die mit unserem Fachgebiet noch nicht in Berührung kamen, haben oft keine Vorstellung, was wir tun", bedauert Dr. Dr. Gitta Bechtel-Grebe. Die Trierer Fachärztin engagiert sich, ihr Fachgebiet im Sinne der Patienten bekannter zu machen. Neben der Behandlung von Weichteilverletzungen, Brüchen und Fehlbildungen bestimmt die Behandlung von Tumoren im Bereich des Gesichtsschädels, besonders im klinischen Bereich, das Fach.

Geschwüre werden oft zu lange ignoriert

Fünf Prozent aller Tumore zeigen sich im mund-, kiefer- und gesichtschirurgischen Bereich. Vorwiegend Männer, meist starke Raucher oder Alkoholiker verschiedenen Alters und sozialer Stellung, erkranken wegen der ständigen mechanischen Reizung der Schleimhäute. Auch die genetische Anlage entscheidet über die Tumorentstehung. Obwohl das Gesicht und die Mundhöhle der eigenen Kontrolle unterliegen, verfallen viele Patienten dem Mechanismus der Verdrängung. "So bemerken zwar die meisten eine Veränderung, ein Geschwür, das nicht abheilen will, aber aus Angst vor der Wahrheit betreiben sie Vogel-Strauß-Politik und lassen wertvolle Zeit verstreichen. Zeit, die die Möglichkeit, den Tumor im Frühstadium relativ einfach zu entfernen, vergibt", beklagt Bechtel-Grebe.

Denn ist der Tumor einmal größer als zwei Zentimeter, hat er eventuell auch schon Absiedlungen in den nächsten Lymphknoten verbreitet, wird die Behandlung schwieriger und aufwändiger. Oft sind dann mehrstündige Operationen zum Entfernen des Tumors mit wiederherstellenden Maßnahmen zur Erhaltung der Kau- und Sprechfunktion und des Aussehens notwendig, ebenso wie das Entfernen der Lymphknoten. Finden sich dort Absiedlungen der Tumorgeschwulst, ist in der Regel auch eine Bestrahlung notwendig. Der betreuende Arzt bespricht mit dem Patienten die für ihn notwendige Therapie. "Es gibt immer wieder Patienten, die sich nach der Diagnosestellung abschotten und den Kopf in den Sand stecken. Gerade diese Patienten brauchen den Arzt, der daran bleibt und sie führt, damit nicht mehr wertvolle Zeit verloren geht", so die Ärztin. Beratung und Betreuung sind wichtig, denn nur so kann ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Dieses Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Tumorpatient, aber zu den Angehörigen, die unbedingt mit einbezogen werden sollten, ist ein wesentliches Element in der Behandlung der Patienten.

"Der Patient muss fühlen, dass der Arzt sein Verbündeter ist, zunächst im Bemühen, den Tumor zu heilen, aber auch im Annehmen des Schicksals und der Begleitung seines Leidens und Sterbens, sollte der Tumor letztendlich nicht mehr zu heilen sein", erläutert Bechtel-Grebe.

Der Arzt als Verbündeter

Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren im mund-, kiefer- und gesichtschirurgischen Bereich sind in besonderem Maße durch die gestörte Funktion wie Nahrungsaufnahme, Schlucken und Sprechen, ferner durch das veränderte Aussehen beeinträchtigt.

Die Furcht vor den Blicken anderer treibt viele in die soziale Isolation; der Rückhalt der Familie wird somit von besonderer Bedeutung. "In der Regel wachsen die Angehörigen in bewundernswerter Weise mit den Anforderungen, die die Krankheit des Patienten an sie stellt", berichtet die Fachärztin.

Der Hospiz-Verein Trier unterstützt die Angehörigen bei der Betreuung der Patienten, denn der Grundgedanke "Sterben zu Hause" soll umsetzbar bleiben. Doch das Geld ist knapp. Um weiterhin Betreuung und Materialien anbieten zu können, sammelt der Verein Spenden.

Für Sonntag, 11. Januar, lädt Gitta Bechtel-Grebe um 18 Uhr in den kleinen Saal der Tuchfabrik ein. Bei dem Wohltätigkeitskonzert zugunsten des Hospiz-Vereins Trier rezitiert Kammerschauspieler Günther Reim Auszüge aus der Sammlung "Briefe aus meiner Mühle" des französischen Schriftstellers Alphonse Daudet. Im Wechsel mit dem Text spielt Klauspeter Bungert ausgesuchte Klavierstücke von Emmanuel Chabrier.

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